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Es ist was es ist, sagt die Liebe #10minblog

Heute ist Valentinstag. Eines meiner Lieblingsgedichte ist von Erich Fried: Was es ist. Ich habe mir das Gedicht eingerahmt und lese es nicht nur zum Valentinstag. Denn die Liebe, die Erich Fried beschreibt ist nicht nur die romantische Liebe, sondern einfach nur: Die Liebe.

Was es ist

Es ist Unsinn
sagt die Vernunft
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist Unglück
sagt die Berechnung
Es ist nichts als Schmerz
sagt die Angst
Es ist aussichtslos
sagt die Einsicht
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Es ist lächerlich
sagt der Stolz
Es ist leichtsinnig
sagt die Vorsicht
Es ist unmöglich
sagt die Erfahrung
Es ist was es ist
sagt die Liebe

Erich Fried

Die Liebe bewertet nicht. Sie nimmt die Dinge so wie sie sind. Wäre es nicht schön, wenn wir an unseren Kindern nicht „ziehen“ würden, weil wir glauben, wir müssten sie er-ziehen. Statt dessen sehen wir liebevoll was ist.

Wir würden unsere Kinder anhören, ohne direkt zu bewerten, ob das realistisch ist, was sie sagen oder ob das eine gute Idee ist. Wer sagt, ob es gut ist? Wir? Das ist unsere Bewertung. Wir könnten öfter stehen lassen was uns die Kinder erzählen, ohne unsere erwachsene Sicht auf die Dinge zu geben. Fragen uns die Kinder, um unsere Sichtweise? Meistens wollen Kinder einfach erzählen und sich mitteilen.

Das heißt auch nicht, dass wir alles so hinnehmen müssen wie es ist. Wir können uns immernoch entscheiden, ob wir mit den Umständen leben wollen, oder ob wir sie ändern wollen. Wichtig ist nur im ersten Moment anzunehmen:

Es ist was es ist.

Kind Sandkasten unterstützen helfen Sonja Martin Elterncoaching Erziehungsberatung

Warum wir Kindern nicht helfen, sondern sie unterstüzten sollten

Du magst denken: Das ist doch dasselbe. Nein, ist es nicht. Wenn wir helfen, dann übernehmen wir die Aufgabe eines anderen Menschen. Wenn wir unterstützen, dann bleibt es die Aufgabe des Anderen.

Ein Beispiel: Ein Kind möchte einen Stein hochkletter. Es ist vielleicht 1,5 Jahre alt. Was es für seine Entwicklung braucht ist offensichtlich: Diesen Stein hochklettern. Gleich stehen die Eltern parat und helfen dem Kind den Stein hochzuklettern. Das Kind konnte die Erfahrung den Stein hochzuklettern nicht machen. Die Eltern hatten ja geholfen.

Unterstützung wäre gewesen, wenn die Eltern schützend die Hand unter das Kind gehalten hätten, sodass sie da sind, wenn es fallen würde. Oder sie beobachten das Kind und lassen es tun. Wenn es fällt sind sie da, um zu trösten. Kinder laufen und fallen hin, sie klettern und fallen hin. Das gehört zu ihrer Entwicklung dazu. Weiterlesen

radikal ehrlich mit Kindern Sonja Martin Elterncoaching Erziehungsberatung

Warum du ehrlich mit deinem Kind sein solltest

Wir sind selten wirklich ehrlich. Weder zu uns selbst, noch zu den Menschen, die uns umgeben. Wir haben alle gelernt uns anzupassen. Bestimmte Gefühle werden gerne gesehen; andere gilt es zu verstecken.

Doch tut uns das gut?

Nein, sagt Brad Blanton, der Autor von “Radikal Ehrlich”. Diese Kommunikationsform wird gerade immer bekannter. Es gibt kleinere und größere Communities, die lernen und praktizieren wirklich ehrlich miteinander zu kommunizieren.

Kürzlich war ich auf einem Radikal Ehrlich Workshop. Für ein Wochenende mit fremden Leuten habe ich geübt radikal ehrlich zu kommunizieren. – Und heute früh stehe ich davor mein eigenes Peergroup-Treffen anzuleiten und bin extrem aufgeregt. Ein guter Grund, sich wieder an diesen Artikel zu setzen.

Ich finde die Grundlagen und die Haltung sind auch in der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg zu finden. Der Ansatz von “Radikal Ehrlich” ist einerseits einfach, weil direkter, andererseits auch schwieriger, da ungefiltert.

Wie geht radikal ehrlich?

Ich möchte ein paar Grundlagen erklären, auf die man achten kann, wenn man radikal ehrlich kommunizieren möchte.

Was ist jetzt gerade?

Wir sind im Hier und Jetzt. Es geht darum zu sagen, wie es einem jetzt in diesem Moment geht. Du äußerst deine Gefühle und Körperempfindungen, genauso wie deine Gedanken. Wir sagen die Wahrheit.

Bleib bei dir

Wir sprechen in der Ich-Form. Ich sage Wahrheiten über mich. Dabei kann man durchaus sagen, was man über andere denkt. Dies machen wir deutlich indem wir zum Beispiel sagen: “Ich stelle mir vor, dass du…”, “Ich denke, dass….”, “Meiner Meinung nach,…”

Die erste Formulierung ist dabei am seltsamsten, wie ich finde und dabei am klarsten. Es wird klar, dass dies die Vorstellung des Sprechers ist und keine gegebene Wahrheit, kein Fakt.

Sag was du brauchst, was du willst

Bei einer ehrlichen Kommunikation schlägt Brad Blanton vor, zu sagen was man will. Zum Beispiel: “Würdest du das Fenster schließen?”, “Ich brauche eine Pause.”, “Ich möchte etwas trinken.”

Wir sollen aussprechen, was wir brauchen. Das würde bei Gästen völlig sinnlos machen höflich zu fragen, ob sie etwas trinken wollen, da sie selbst danach fragen würden. Niemand würde Verantwortung für jemand anderen übernehmen, indem er ihm sagt: “Ist dir nicht kalt? Zieh dir doch eine Jacke an.”

Ein erleichternde und befreiende Vorstellung für mich.

Nimm mehr als du gibst

Mit dieser Regel aus dem Workshop und dem MeetUp hatte ich so meine Schwierigkeiten. Ich stelle mir vor, dass es vor allem Frauen betrifft, denen dies schwer fällt.

Ich habe auch im Workshop gefragt wie das gehen soll. Als Antwort bekam ich, dass wenn ich mich gut um mich selbst gesorgt habe, ich auch gerne anderen etwas gebe. Das sei ganz natürlich.

Ein Bild mit dem man das erklären kann ist Folgendes: Wenn in einem Flugzeug bei einem Notfall die Sauerstoffmasken herunter fallen, versorge ich zuerst mich – nicht mein Kind oder meinen Nebenmann*frau. Zuerst mich selbst. Denn wenn ich das nicht tue, dann kann ich niemand anderem mehr helfen. Wenn ich ohnmächtig bin, läuft nichts mehr. Ich bin zuerst dran! Krass, oder?

Es gibt noch andere Regeln, die ich jetzt nicht auf den Alltag übertragen will. Ich möchte nun jedoch darauf hinaus, warum du auch mit deinem Kind ehrlich sprechen solltest:

Dein Kind bekommt sowieso mit, wenn sich deine Stimmung verändert.

Es nützt nichts, wenn ich meine eigene Wut zurück halte, nur weil ich nicht in den Konflikt gehen will. Wenn meine Tochter morgens noch dies und jenes machen möchte und ich einfach nur aus dem Haus will; werde ich schon mal wütend. Auch, wenn ich noch so sehr verstehen kann, wenn die Socken nicht sitzen oder die Strumpfhose zwickt.

Du bist ein Vorbild für dein Kind

Wenn du deinem Kind zeigen kannst, wie es dir geht und was du brauchst, dann lernt dein Kind aus deinem Vorbild. Es wird auch selbst besser mit seiner Wut oder Angst zurecht kommen, wenn du ihm vorlebst, dass das in Ordnung ist und wie das geht. Ermutige dein Kind seine Gefühle zu äußern und zu sagen was es braucht.

Lass dein Kind es selbst sein

Als Eltern er-ziehen wir. Trotzdem sollten wir versuchen unser Kind es selbst sein zu lassen. Wenn wir von unserem Kind erwarten jemand anders zu sein, dass ist das nicht gut für das Selbstwertgefühl des Kindes.

Zum Beispiel hätte ich gerne, dass meine Tochter Jeans trägt, weil die im Winter wärmer sind. Sie hasst Jeans. Also trägt sie Strumpfhosen. Sie sagt, ihr ist auch nicht zu kalt. – Sie hat zwei übereinander, ich hoffe das stimmt. Sie rennt auch viel mehr rum als ich.

Radikal können wir mit unseren Kindern nicht sein

Meiner Meinung nach ist es unsere Aufgabe als Erwachsene uns insoweit zurück zu nehmen, wie die Kinder unsere Emotionen verarbeiten können. Das hängt, wie ich vermute, vom Entwicklungsstand des Kindes ab.

Ich würde meine Tochter nicht anschreien wollen, nur um über meinen Ärger hinweg zu kommen. Das Laut-werden ist nach Brad Blanton wichtig, um über den eigenen Ärger hinweg zu kommen.

Erwachsenen kann man das zumuten. Kindern nicht.

Wir haben Verantwortung für unsere Kinder. Ich würde immer dazu raten den Kindern ehrlich zu sagen wie es uns geht. Zum Beispiel “Ich bin wütend.” zu sagen. Aber ohne das Kind anzuschreien.

Vielleicht widerspricht dies dem, dass ich auch denke, dass wir ein Vorbild für unser Kind sein sollten. Denn meinem Kind würde ich es zugestehen laut seine Wut zu äußern. Trotzdem habe ich Sorge, dass ich mein Kind damit überfordere und eher die Botschaft aussende: “Du bist nicht ok.”

Meinem Kind gegenüber spreche ich daher ruhig und dabei ehrlich.

Wie kommunizierst du mit deinem Kind? Bist du ehrlich, wenn du wütend oder traurig bist?

 

Schreib mir gerne eine Email. Email an Sonja

Babybauch Bashing Sonja Martin Elterncoaching Erziehungberatung

Babybauch-Bashing – Fühl dich wohl in deiner Haut

Kaum zu glauben, dass es diesen Begriff überhaupt gibt. Ich bin gerade richtig empört darüber. Der Begriff fiel mir nur ein, weil ich mit der ABC-Methode für meinen Blog neue Themen finden wollte. Diese Methode kenne ich übrigens von Anna Koschinkski, die mich gerade in ihrer Facebook-Gruppe wunderbar dabei unterstützt neuen Content für meinen Blog zu produzieren. In Form von Motivation und Feedback, unbezahlbar!

Zurück zum Babybauch-Bashing. Als ich schwanger war, bin ich durch die Straßen gelaufen und fühlte mich ziemlich alleine damit, dass ich auf einmal komisch aussehe. Ein dicker Bauch. Jeder weiß, dass ich schwanger bin. Ich habe mich unwohl gefühlt in der Schwangerschaft und hatte kein gutes Gefühl für meinen Babybauch.

Dabei hätte ich mich eigentlich freuen sollen und genießen sollen, dass der Bauch wächst und mein Kind darin. Ich fühlte mich ebenso schlank wie vor der Schwangerschaft. Mein Körpergefühl ist nicht mit dem Bauch mitgewachsen. Wenn ich die Augen schloss fühlte ich immernoch meinen schlanken Bauch. Wenn ich sie aufmachte und meine Hand meinen Bauch spürte war ich in der Realität angekommen. Ich weiß nicht, ob es noch mehr Müttern so geht.

Irgendwie schämte ich mich für den Bauch. Und es wird tatäschlich gerede über Babybäuche. Ist er spizt oder rund. Steht er hoch oder tief. Es gibt dieses Babybauch-Bashing.

Na toll. Noch etwas was uns Frauen runterputzen kann, wo die Männer nichts mit zu tun haben. Sie werden Vater ohne, dass man es ihrem Körper ansehen kann. Zumindest meistens 😉

Ich bin dafür, dass wir unseren Körper lieben können so wie er ist. Es gibt mittlerweile eine Bodypositivity-Bewegung. Genau da müssen wir hin. Wir sollten unseren Körper lieben können, so wie er ist.

Und die Schwangerschaft genießen können. Es ist toll so einen Bauch zu haben. Schwanger zu sein. Ein tolles Gefühl, dass da etwas in uns wächst! Es ist ein Wunder. Wirklich ein Wunder!

 

Wie geht es dir mit der Schwangerschaft? Hast du ähnliche Bedenken? Oder erlebst du deine Schwangerschaft sehr positiv? Schreib mir eine Email:

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Trennung mit Kind Scheidung Sonja Martin Elterncoaching Bonn Familienberatung Trennungsberatung Erziehungsberatung

Trennung als Eltern – Wie ich eine schwierig Trennung überlebe

Die Tage habe ich einen Artkel über das Wechselmodell geschrieben. Jetzt kommt die Vorgeschichte: Die Trennung.

In meinem Umfeld sind einige Frauen und Männer, die Eltern sind und immernoch an der Trennung zu knabbern haben. Die unter der schlechten Beziehung zum Ex-Partner leiden.

Mit Kind kann man nun mal nicht sagen: Und Tschüß. Man ist nach wie vor Eltern und trägt gemeinsam Verantwortung.

Ich hatte geschrieben, dass wir das damals nur mit Hilfe geschafft haben. Heute möchte ich ein paar Tipps teilen, mit denen ich das erste Jahr nach der Trennung und auch das zweite überleben konnte.

Denn ich war emotional dermaßen aufgewühlt, dass ich mich ganz klar an meine Vernunft halten musste und keinen Zugang zu meiner inneren Stimme und meiner Intuition hatte, die sonst beide gute Ratgeber sind.

  1. Einigt euch auf ein Betreuungsmodell. Zum Beispiel das Wechselmodell, oder etwas anderes, dass zu eurer Lebenslage passt. Und dann haltet euch ganz strikt daran. Möglichst keine Ausnahmen, sondern klar und stur an die Absprache halten. Das könnt ihr schriftlich in einer Elternvereinbarung festhalten.
  2. Übergaben solltet ihr, wenn möglich über Kindergarten oder Schule organisieren. Sodass man den/die frischen Ex-Partner*in nicht so oft sehen muss. Das nimmt enorm Druck aus dem Alltag. Zumindest mir hat das sehr geholfen, da ich nach der Trennung emotional in schlechter Verfassung war.
  3. Lebe dein Leben weiter. Denke nicht immer an den Ex und die Trennung, sondern tue dir etwas Gutes. Überlege was dir gut tut: Freund*innen treffen. Nähe und Rückhalt von ihnen oder der Familie erfahren. Ein Bad, Joggen gehen. Was auch immer dir gut tut.
  4. Ich habe gelernt Post nur noch Morgens zu öffenen. Nicht Abends, wenn ich von einem anstrengenden Tag nach Hause kam und mich ausruhen wollte. Ich konnte einige Nächte nicht schlafen, weil ich noch Post aufgemacht habe. Gilt auch für Emails.
  5. Teile deiner*m Ex mit, dass er/sie nur noch schriftlich über Email mit dir kommunizieren soll. Diese Emails liest du einmal die Woche und du antwortest auch nur einmal die Woche. Den Tag teilst du deinem*r Ex mit.
  6. Im Notfall bist du nur über einen Anruf erreichbar. WhatsApp und SMS kannst du blockieren. Minimiere den Kontakt auf ein Minimum, damit du zuerst wieder zur Ruhe kommst. Ich habe mich damals oft aufwühlen lassen, wenn ich eine Nachricht gelesen hatte. Nach meinem angekündigten eingeschränkten Kontakt ging es mir besser.

 

Kannst du mit diesen Tipps etwas anfangen? Möchtest du noch mehr wissen oder hast du eine Frage?

Dann schreibe mir gerne eine Email:

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